Alle 100 Jahre 1.000 Förster in der Stadt - Wenn die Destination Teil der Veranstaltung wird
Mit rund 1.000 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Praxis zählt die Forstvereinstagung des Deutschen Forstvereins e.V. zu den bedeutendsten Fachveranstaltungen ihrer Branche. Vom 3. bis 7. Juni 2026 machte sie Rostock und die Region zum Treffpunkt der deutschen Forstwelt.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragestellungen rund um Klimaanpassung, nachhaltige Forstwirtschaft, Biodiversität und Wassermanagement – Themen, die in Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar erlebbar sind.

©Forsterklärt / DFV
Rostock als idealer Austragungsort
Dass die Forstvereinstagung in Rostock stattfand, ist auch fachlich besonders passend. Mit der Rostocker Heide verfügt die Region über eines der größten zusammenhängenden Küstenwaldgebiete Deutschlands. Hinzu kommen vielfältige Landschaftsräume zwischen Wald, Wasser und Küste, die zahlreiche Themen der Tagung direkt vor Ort veranschaulichten und einen unmittelbaren Praxisbezug ermöglichten.
Gleichzeitig zählt Mecklenburg-Vorpommern zu den Vorreitern beim Waldumbau und bei der Entwicklung klimaresilienter Wälder. Mit der Landesinitiative „Unser Wald in MV“ wurden in den vergangenen Jahren wichtige Impulse für Aufforstung und Waldmehrung gesetzt. Die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Landesforst, Stadtforst und weiteren Akteuren schafft ideale Voraussetzungen für den Austausch zwischen Forschung und Praxis.
Die Veranstaltung ganzheitlich gedacht
Genau diese regionalen Besonderheiten wurden aktiv in das Veranstaltungskonzept eingebunden. Die Tagung beschränkte sich nicht auf einen zentralen Veranstaltungsort, vielmehr wurde die gesamte Destination Teil des Erlebnisses.
Zum Programm gehörten unter anderem:
- Fachprogramm und Ausstellung in der StadtHalle Rostock
- Begegnungsabend in der Walbar Warnemünde, direkt am Strand
- der Staatsempfang im Rostocker Zoo
- Exkursionen zwischen Wald, Wasser und Küste
- das Waldkonzert „Wellenpirsch“ im Kurhausgarten Warnemünde
- die Hubertusmesse in der St. Marienkirche Rostock
- öffentliche Formate und Ausstellungen in der Rostocker Innenstadt
Gerade diese Verbindung aus Fachprogramm, persönlichem Austausch und regionalen Erlebnissen schafft einen Mehrwert, der über den eigentlichen Veranstaltungsinhalt hinausgeht. Sie stärkt Netzwerke, fördert Begegnungen und macht Veranstaltungen für Teilnehmende attraktiver und nachhaltiger.
Gleichzeitig zeigte die Forstvereinstagung einen Trend, der im Veranstaltungsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnt: Viele Teilnehmende nutzen mehrtägige Veranstaltungen bewusst, um ihren Aufenthalt zu verlängern und die Destination auch über das eigentliche Veranstaltungsprogramm hinaus zu erleben.
Für Unternehmen, Verbände und Organisationen bietet die Tagung damit einen interessanten Impuls. Wer Veranstaltungen nicht nur als Plattform für Wissenstransfer, sondern auch als Instrument für Begegnung, Netzwerkaufbau sowie Mitarbeiter- oder Mitgliederbindung versteht, kann die Wirkung seiner Formate nachhaltig steigern.
Die Forstvereinstagung zeigt eindrucksvoll, welchen Beitrag besondere Orte, regionale Partner und authentische Erlebnisse für den Erfolg einer Veranstaltung leisten können.
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3 Fragen an Johanna Werk, Geschäftsführerin des Deutschen Forstvereins e.V.
Die Forstvereinstagung 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark eine Veranstaltung von ihrer Umgebung profitieren kann. Rostock und die Region waren dabei weit mehr als Kulisse – sie wurden aktiv Teil des Veranstaltungserlebnisses.
RCB: Welche Rolle spielte die Tagungsregion selbst für den Erfolg der Veranstaltung?
Johanna Werk: Die Region und insbesondere die Stadt Rostock haben eine ganz zentrale Rolle gespielt. Das hat mit dem besonderen Zusammenspiel von Wald und Wasser zu tun. Vor allem aber hat uns die große Gastfreundschaft beeindruckt. Der Deutsche Forstverein hat selten eine so herzliche Gastgeberstadt erlebt. Dieses Gefühl des Willkommenseins hat die gesamte Tagung geprägt.
RCB: Viele Programmpunkte fanden außerhalb der klassischen Tagungsräume statt. Welchen Mehrwert haben solche Formate für die Teilnehmenden?
Johanna Werk: Solche Formate sind sehr wertvoll, weil sie den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, die Region auf besondere Weise kennenzulernen. Neben den fachlichen Inhalten entstehen Räume für persönliche Begegnungen, lockeren Austausch und gemeinsame Erlebnisse. Genau diese Momente bleiben oft besonders in Erinnerung.
Was können andere Verbände und Organisationen aus dem Veranstaltungskonzept der Forstvereinstagung mitnehmen?
Johanna Werk: Entscheidend ist die richtige Mischung. Eine Veranstaltung sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Begegnung ermöglichen. Nicht jede Begegnung muss im Tagungsraum stattfinden. Exkursionen, besondere Veranstaltungsorte oder regionale Partner können fachliche Inhalte sinnvoll ergänzen und einer Veranstaltung ein eigenes Profil verleihen. Genau diese Verbindung aus Inhalt und Ort schafft oft einen Mehrwert, der weit über die eigentliche Tagung hinausgeht.
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